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Ich hab kein Geld, Ich hab nur Mut!
Xaver Wiederkehr (1817 – 1868) Dichter, Advokat, Politiker, Berufsoffizier
Lebenslauf und schriftstellerische Werke Hamburg 2006
(Über den Verlag Mein Buch, Hamburg wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Inzwischen habe ich einen neuen Verlag gefunden. Das Buch kann im Verlag Books on Demand GmbH, Norderstedt demnächst wieder bestellt werden. Neue ISBN Nummer: 978-3-8334-8212-0.
624 Seiten, Preis Fr. €
Lebenslauf Xaver Wiederkehr wurde 1817 in Spreitenbach/AG als Bauernsohn geboren; er wuchs streng katholisch auf und besuchte hier die Grundschule. Dann durfte er die Klosterschule im nahen Wettingen/AG besuchen. Dieser wurde 1835 von der Regierung die Lehrerlaubnis entzogen, was im jungen Wiederkehr einen abgrundtiefen Hass auf die Regierung auslöste. 1837 ging er ins Ausland um Französisch zu lernen und 1840 tauchte seine Spur in Fribourg auf, wo er ehemalige Klosterschüler traf und zur Gründung eines katholischen Studentenvereins aufforderte. Dann begab er sich nach München, war 1½ Jahre Hauslehrer beim Fürsten von Thurn und Taxis in Würzburg und studierte ein Semester Jurisprudenz in München. Sodann kehrte er nach hause zurück. Er betätigte sich als Advokat, Redaktor bei der „Stimme von der Limmat“ in Baden und wurde in den aargauischen Kantonsrat gewählt. Bald wurde er Führer der katholisch – konservativen Opposition. Er trat 1847 der Armee des Sonderbundes als Hauptmann der aargauischen Freiwilligenkompanie bei und floh nach der Niederlage nach Mailand.
Die aargauischen Behörden erklärten ihn fahnenflüchtig, machten ihm den Prozess und das Kriegsgericht verurteilte ihn in Abwesenheit zum Tode durch Erschiessen. Wenige Jahre später wurde er begnadigt. Inzwischen hatte er seine abenteuerliche Flucht fortgesetzt, wurde verraten, floh weiter usw. 1849 trat er als Söldneroffizier in die österreichische Armee in Italien ein, war in Schlachten in vorderster Front dabei, geriet in Gefangenschaft. Auf einem einjährigen Heimaturlaub heiratete er 1852 seine Braut, kämpfte für das Bürgerrecht seines Söhnleins, war in verschiedene Prozesse verwickelt usw. Dann kehrte er zur Armee zurück. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er 1861 vorzeitig pensioniert und fristete ein kümmerliches Dasein in Iglau/Mähren und starb 1868 verarmt in Brünn/CSR.
Wiederkehrs schriftstellerisches Werk
Es wurde in vielen Lexika erwähnt; seine Kurzbiografie war aber sehr fehlerhaft. Das Werk besteht aus zwei ganz verschiedenen Teilen. Als Hauslehrer beim Fürsten von Thurn und Taxis schrieb er ein Theaterstück für die Fürstenkinder. In der Heimat folgten ein Gedichtbändchen, politische Gedichte, Kalendergeschichten und ein mittelalterliches Drama. Da zu jener Zeit viele Gedichte in Zeitungen und Zeitschriften ohne Autorangabe erschienen, konnten möglicherweise gar nicht alle seine Werke erkannt werden. Den österreichischen Offizieren war jegliche politische Meinungsäusserung verboten. Daher schrieb er dann Hymnen und Lobgedichte auf Fürsten und Heerführer, sowie zwei Lustspiele. (Seine Werke sind längst vergriffen und nur noch in einzelnen Exemplaren in verschiedenen Bibliotheken und Archiven verstreut zu finden.) Es sind in diesem Band auch bisher unbekannte Werke von ihm publiziert.
Wiederkehr konnte sich einer Anerkennung des Kaisers von Österreich für ein Gedicht, sowie einer päpstlichen Medaille für die Teilnahme an der Schlacht von Castelfidardo rühmen. Er war mir mehreren Fürsten, Grafen, Heerführern, Politikern und sogar dem Vizekönig von Italien persönlich bekannt. In seiner Geldnot bat er überall um kleine Darlehen.
Bei der Erforschung der Ahnen meiner Frau Hedwig Trippel-Hübscher ergab sich, dass mehrere ihrer frühesten Vorfahren in Spreitenbach lebten und dass sie weit entfernt mit Xaver Wiederkehr blutsverwandt ist. Wiederkehrs Sohn Johann Xaver Alfred emigrierte, als er volljährig war, zuerst nach Paris, dann Barcelona. Dessen Enkel Edoardo kehrte 1962 mit Familie aus Barcelona in die Heimatgemeinde Spreitenbach zurück. Edoardos Tochter Rebekka Herger - Wiederkehr lebt heute in Arosa und ihr Sohn Jos besuchte vier Jahre mit meiner Enkelin Ilona Trippel in Arosa die gleiche Kindergarten- und Schulklasse und beide sind weit entfernt blutsverwandt!
Die Gemeinde Spreitenbach ehrte Wiederkehr im Mai 2006 durch die Taufe eines Busses der regionalen Verkehrsbetriebe auf seinen Namen. Zu wünschen wäre, dass Xaver Wiederkehr künftig im Ortsmuseum Spreitenbach ein Gedenkplatz eingeräumt würde.
Weitere Informationen zu Wiederkehrs Werk finden Sie im Internet unter Rémy Charbon und Maximilian von Mexiko.
Rezension in "Limmatpost" 2, Mai 2007, 8953 Dietikon
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